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Atomare Bedrohung, Atomkrieg, Aufklärung, Kriegsvorbereitungen, NATO

Nukleare Eskalation in Europa, von Manlio Dinucci

Die USA haben, anlässlich des Angriffs der russischen Luftwaffe gegen die USS Donald Cook in der Ostsee, Überraschung geheuchelt. Indessen ist Russland, wie wir es bereits vermeldet hatten, in der Lage, die Kommunikation und Steuerung des Schiffes zu hemmen. Sie hat es gemacht, beobachtet Manlio Dinucci, weil das Schiff dabei war den INF-Pakt zu verletzen. Darüber hinaus findet die nukleare Entfaltung der USA genau zu dem Zeitpunkt statt, wo China Hyperschall Trägerraketen entwickelt, deren einer Teil der Flugbahn im Gleitflug stattfindet, was die DARPA zu neuen Forschungen inspiriert. Schon jetzt nehmen Raytheon und Lockeed Martin am „Tactical Boost Glide“ Programm teil.

| ROM (ITALIEN) | 25. APRIL 2016

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DARPA: Pentagon’s Mach 20 Rakete – erneut über dem Pazifik verloren

Das Weiße Haus ist „beunruhigt“, weil einer der russischen Jäger in großer Nähe ein US-Schiff in der Ostsee überflogen hat, wobei er einen „Simulationsangriff“ durchführte: So in etwa berichten die Nachrichtenagenturen. Ohne uns unterdessen darüber zu informieren, um welches Schiff es sich handelt und warum es sich gerade in der Ostsee befand.

Es ist die USS Donald Cook, einer der vier Raketen-Kreuzer, entsandt von der US-Navy für die „Verteidigung der NATO-Raketen in Europa“. Diese Einheiten, deren Zahl erhöht werden wird, sind mit einem Aegis-Radar ausgerüstet und mit Abfang-Raketen SM-3, aber gleichzeitig auch mit Tomahawk Marschflugkörpern mit doppelter konventioneller und nuklearer Sprengkraft. Mit anderen Worten, dies sind Einheiten für den nuklearen Angriff, ausgerüstet mit einem „Schutz-Schild“, dazu bestimmt die feindliche Antwort zu neutralisieren.

Die Donald Cook kreuzte, abgehend am 11. April vom polnischen Hafen Gdynia, während zweier Tage in kaum 70 km Entfernung von der russischen Marinebasis in Königsberg und wurde deswegen von russischen Jägern und Hubschraubern überflogen. Außer den Raketenkreutzern besteht der „Schutz-Schirm“ USA/NATO in Europa, in seinem aktuellen Aufbau aus:
- ein Radar „in vorgerückter Position“ in der Türkei
- eine US-Boden-Raketenbatterie in Rumänien
- bestehend aus 24 Raketen SM-3 und
- eine weitere Raketenbatterie, die analog in Polen installiert wird.

Moskau mahnt: Diese bodengestützten Batterien, die in der Lage sind auch Tomhawakh Marschflugkörper mit Nuklearsprengköpfen abzufeuern, sind eine eindeutige Verletzung der INF-Verträge [1], welche die Verbreitung von nuklearen Mittelstreckenraketen in Europa verbieten.

Was würden die USA machen, – die Russland anklagen mit mit Überflügen „eine unnötige Zunahme der Spannungen“ zu provozieren“ – , wenn Russland Lenkwaffen-Abschuß-Einheiten längs ihrer Küsten entsenden und Raketenbatterieen in Kuba und Mexiko installieren würde?

Niemand fragt in den großen Qualitätsmedien danach, die fortfahren die Wirklichkeit zu verdrehen. Letzte verheimlichte Neuigkeit: Der Transfer von F-22 Raptor, die am weitesten entwickelten nuklearen US-Angriffs-Bomber, von der Luftwaffenbasis Tyndall in Florida nach Lakenheath in Großbritannien, angekündigt am 11. April 2016 von EuCom. Von GB aus würden die F-22 Raptor „auf andere NATO-Basen in vorgerückter Position verteilt, um die Möglichkeiten des Trainings zu maximieren und eine Abschreckungswirkung gegenüber jeglicher Aktion, welche die europäische Sicherheit destabilisiert, auszuüben“.

Das ist die Vorbereitung für den bevorstehenden Roll-Out in Europa, Italien inbegriffen, der neuen US-Atombomben B61-12, die, abgeworfen aus einer Distanz von ungefähr 100 km, das Ziel mit einem Kopf „mit vier Optionen unterschiedlicher Stärke“ schlagen. Diese neue Waffe wird eingegliedert in das Programm zur Verstärkung der nuklearen Schlagkraft, initiert von der Obama-Administration, die unter anderem die Konstruktion von 12 zusätzlichen Angriffs-U-Booten (7 Mrd $ Stückpreis, das erste bereits auf Kiel gelegt), wovon jedes mit 200 Atomsprengköpfen bewaffnet sein wird, vorsieht.

Die New York Times berichtet, dass gerade ein neuer Typ von Atomsprengkopf entwickelt werde, der „Hyperschall-Gleiter“, welcher beim Wiedereintritt in die Atmosphäre manövrieren kann um den Abfang-Raketen auszuweichen, wobei er mit mehr als 27.000 km/h das Ziel ansteuert [2]. Russland und China folgen der Entwicklung, indem sie analoge Waffensysteme entwickeln.

Während dieser Zeit erntet Washington die Früchte. Indem Europa umgewandelt wird in die vorderste Kampflinie der nuklearen Auseinandersetzung, sabotiert es (mit Hilfe der europäischen Regierungen selbst) die Wirtschaftsbeziehungen EU-Russland, mit dem Ziel, die EU unauflösbar mit der USA über die TTIP-Verträge zu verschweißen. Gleichzeitig zwingt es die europäischen Alliierten zur Erhöhung ihrer Militärausgaben, zum Vorteil der US-Rüstungsindustrie, deren Exporte in den letzten 5 Jahren um 60% gestiegen und der größte Exportposten der USA geworden sind.

Wer hat gesagt, dass der Krieg sich nicht auszahlt?

Übersetzung
Ralf Hesse

Quelle
Il Manifesto (Italien)

[1] INF-Verträge = Intermediate Range Nuclear Forces, zu deutsch: nukleare Mittelstreckensysteme – d.h.: In dem Vertrag wurde festgelegt, dass beide Seiten weltweit sowohl ihre landgestützten Nuklearraketen mit kürzerer (500–1000 km) und mittlerer Reichweite (1000–5500 km) (doppelte Nulllösung) als auch deren Abschussvorrichtungen und Infrastruktur innerhalb von 3 Jahren vernichten und keine neuen herstellen. Zum Vertrag gehörte auch ein Memorandum of Understanding on Data, ein Protokoll über die Inspektionen und eines über die Zerstörung der Waffen. Der INF-Vertrag erfasste allerdings keine Kurzstreckenraketen mit Atomsprengköpfen, sogenannte Short-Range Nuclear Forces (SNF) mit einer Reichweite bis 500 km

[2] “Races escalates for latest class of nuclear arms. Shade of a Cold War”, William J. Broad & David E. Sanger, The New York Times, April 17, 2016.

über Nukleare Eskalation in Europa, von Manlio Dinucci

 

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Über m8y1

Albert Schweizer schrieb über Freiheit   Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb  für ein Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen. Lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: D I E S   I S T   M E I N   W E R K .  

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