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Aufklärung, Bildung, Manipulation, Psychologie

Alles Schall und Rauch: In Deutschland werden wieder Bücher verb(r)annt

Artikel erschienen bei „Alles Schall und Rauch“
Artikel aus Beitragsbild als PDF
Donnerstag, 20. August 2015 , von Freeman um 19:00

Hoch lebe die politische Korrektheit und die neue deutsche Rechtschreibung. Weil der Text in älteren Büchern nicht mehr dem heutigen „Zeitgeist“ entspricht, wird die Literatur aus den öffentlichen Bibliotheken verbannt, heisst verbrannt. So geschehen in Bad Dürrheim im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg, wo 3’200 Bücher oder 40 Prozent des Bestandes in der städtischen Bibliothek in einer Nacht und Nebel Aktion entfernt und vernichtet wurden. Der Grund, sie beinhalten Wörter, die nicht politisch korrekt sind, nicht dem Gender-Mainstream entsprechen, oder in der alten Rechtschreibung geschrieben sind. Bücher welche die Wörter „Negerlein“, oder „Zigeuner“, oder „Weib“ beinhalten, sind nicht mehr „zeitgemäss“ und deshalb nicht mehr erwünscht. Der Grund, Kinder könnten einen falschen Sprachgebrauch lernen und diesen anwenden.

Die Bücher von Erich Kästner fallen darunter, wie „Emil und die Detektive“, „Das doppelte Lottchen“ und „Das fliegende Klassenzimmer“. Wie bescheuert ist das denn? Na ja, seine Werke haben die Nazis auch schon 1933 bei der Bücherverbrennung als „wider den deutschen Geist“ verbrannt. Heute sind sie wohl „wider dem politisch korrekten Geist“ der Gedanken- und Verhaltenspolizei. Ist nur die Nazi-Idiologie im neuen Kleid.

Das Regierungspräsidium begründet die Ausmerzung der Bücher mit dem Argument: Die Kinder- und Jugendliteratur ist in einigen Büchern in alter Rechtschreibung verfasst, wobei die richtige Schreibweise gerade für Kinder wichtig ist, wie es heisst. Ausserdem sei das so genannte Wording, also die Formulierung, in einigen Büchern nicht zeitgemäss. So würde das Wort „Neger“ in Klassikern vorkommen.

Nach diesem Kriterium müssen aber viele Klassiker der deutschen Literatur, plus die meisten Übersetzungen bis zurück zu den Römern und Griechen, und sogar die Bibel, wegen falschem „Wording“ (noch so ein Anglizismus, der die deutsche Sprache verhunzt) und wegen „rassistischer“ Wörter aus den Bibliotheken verschwinden und vernichtet werden.

Stellt euch vor, das stehen so Wörter wie „Vater“ und „Mutter“ drin, igitt wie sexistisch, die man nicht mehr benutzen darf, denn heute gibt es nicht mehr nur zwei Geschlechter, sondern mindestens 32 und man muss korrekt Eltern1 und Eltern2 sagen. Überhaupt verlangen die feministischen Sprachreformerinnen schon lange eine Entmännlichung, oder Entmannung, oder Entpatrifizierung der Sprache. Das heisst, es findet eine „Geschlechtsumwandlung“ der deutschen Sprache statt.

Seit 200’000 Jahren hat jeder Mensch einen Vater und eine Mutter. So wurde es auch in der Literatur geschrieben. Jetzt in der ach so toleranten, zivilisierten und modernen Welt nicht mehr. Das vierte Gebot: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren„, ist nicht mehr zeitgemäss und muss eigentlich ganz weg. Ehren musst du den diktatorischen Staat und seine besserwisserischen Sprechpuppen!

Was hier abläuft ist ganz klar eine rückwirkende Orwellsche Geschichtsfälschung, um den „Neger“ und andere „diskriminierende“ Wörter aus den Texten zu retuschieren. Ab auf den Scheiterhaufen mit den politisch unkorrekten, sexistischen, homophoben, patriarchalischen Büchern, damit unsere Jugend nicht verdorben wird. Dieses Dogma gilt heute und wird vehement von den GedankenkontrolleurInnen und UmerzieherInnen durchgesetzt.

Das deutsche kulturelle Gedächtnis muss bereinigt werden, wie 1933!

Das ist bereits geschehen, denn aus Otfried Preusslers Kinderbuchklassiker “Die kleine Hexe” von 1957 ist das Wort “Neger” getilgt worden. „Hexe“ ist auch sexistisch, also muss der ganze Titel geändert werden. Auch in der “Pippi Langstrumpf”-Übersetzungen ist die Bezeichnung “Negerkönig” verschwunden und durch “Südseekönig” ersetzt worden. Ganz eindeutig ist damit der Rassismus von heute mit der Bereinigung der Bücher von gestern verschwunden. Oder nicht?

Goethes Werke müssen unbedingt völlig bereinigt werden, denn im “Faust” und anderswo stecken inakzeptabel “frauenfeindliche” Verse drin, wie ach du Schreck das Wort „Fräulein“.

Faust:
Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?
Margarete:
Bin weder Fräulein, weder schön,
Kann ungeleitet nach Hause gehn.

Auch die österreichische Hymne wurde deswegen gendermässig angepasst: Aus “…bist Du grosser Söhne” wurde “…bist Du grosser TöchterSöhne”.

Ist es aber nicht interessant, wie andere, wirklich diskriminierende und sogar beleidigende Wörter, völlig „politisch korrekt“ sind. Wir werden zum Beispiel als „Verbraucher“ bezeichnet und sind keine Menschen. Das Wort „Verbraucher“ hat für mich eine negative Bedeutung. Ausländer gibt es auch keine mehr, denn die heissen „Personen mit Migrationshintergrund“. Einheimische als Bezeichnung ist völlig tabu!

Aber es geht weiter. Kriege heissen auf Neudeutsch „humanitäre Interventionen“, die zerfetzten Opfer unter der Zivilbevölkerung sind „Kollateralschaden“, und Folter ist nur eine „verstärkte Verhörmethode“. So inhuman sehen uns die Architekten der Neuen Weltordnung, die diesen ganzen „Neusprech“ durchsetzen und die Umerziehung zum politisch korrekten Untertanen diktieren … wie die Nazis damals auch.

Zu was wird das führen? Wenn sie jetzt schon die Bibliotheken von „entarteter Literatur“ säubern, dann ist jeder gefährdet der eine Orginalausgabe vieler Bücher bei sich Zuhause im Regal hat. Vielleicht nimmt der Staat einem die Kinder weg, weil man ihnen Pippi Langstrumpf wie die Autorin Astrid Lindgren es ursprünglich geschrieben hat vorliest. Sie hat übrigens zu Lebzeiten eine „Bereinigung“ untersagt.

Verwandter Artikel:
Neusprech-Diktionär Ausgabe 2012

über Alles Schall und Rauch: In Deutschland werden wieder Bücher verb(r)annt

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Über m8y1

Albert Schweizer schrieb über Freiheit   Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb  für ein Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen. Lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: D I E S   I S T   M E I N   W E R K .  

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